Warum ich ein UX-Buch für Teams geschrieben habe, die es in UX-Büchern nicht gibt
Ich hatte mir früher etwas fest vorgenommen: Mit 30 schreibe ich mein eigenes Buch. Dann kamen die Geburt meiner Tochter und ein Jobwechsel dazwischen. Fertig geworden ist „Lean UX für kleine Teams“ deshalb erst mit 32. Passt trotzdem.
Hier erzähle ich dir, warum ich ausgerechnet dieses Buch schreiben wollte, wie es entstanden ist und welche Rolle KI dabei gespielt hat.
Das Buch, das mir damals gefehlt hat
Lean UX war schon immer mein Thema. In der Agentur wollte ich für unsere Kundschaft schnell und unkompliziert Nutzerzentrierung schaffen, obwohl das Budget dafür eigentlich nie gereicht hat. Das war kein Einzelfall, sondern der Dauerzustand.
Es gibt viele richtig gute UX-Bücher. Die meisten erklären aber entweder jede Methode sehr ausführlich oder geben Tipps für große Teams. Für die Situation, in der ich damals steckte, hat mir beides wenig geholfen. Also wollte ich das Buch schreiben, das mir damals geholfen hätte.
Mein Leserbild hatte ich dabei ziemlich klar vor Augen: mich selbst. Einmal in der Agentur und einmal in meiner Selbstständigkeit während des Studiums. Wenig Zeit, wenig Budget und trotzdem der Anspruch, das Richtige zu bauen.
Die Bau-Software, die mir nicht aus dem Kopf geht
Ein Projekt ist mir besonders hängen geblieben. 2019 haben wir eine Software für die Baubranche entwickelt. Was die Menschen, die später damit arbeiten sollten, genau brauchen, wusste in den oberen Etagen niemand so richtig. Die Folge: Wir haben nach und nach nachgebessert, Anpassung für Anpassung.
Rückblickend wäre die Lösung fast lächerlich einfach gewesen. Wir hätten uns mit einer Tasse Kaffee in den Pausenraum stellen und mit den Leuten aus dem Handwerk reden sollen. Genau darum geht es mir bei Lean UX: nicht schneller gestalten, sondern früher merken, wenn du falsch liegst.
Und warum Lean UX und kein anderer Ansatz? Weil es für kleine Teams schlicht am effizientesten ist.
Zwei Jahre, abends nach der Arbeit
Geschrieben habe ich über zwei Jahre hinweg, immer wieder mal, abends nach der Arbeit.
Schwieriger als gedacht war dabei nicht die Menge, sondern der Praxisbezug. Ein Praxisbuch braucht echte Beispiele. Gleichzeitig darf ich keine NDAs brechen und nichts preisgeben, was unter den Datenschutz fällt. Diese Balance zu finden, war die größte Hürde.
Und dann habe ich am Ende das Buch noch einmal fast komplett umgeschrieben. Der Grund war genau dieser Praxisbezug: Ich wollte mehr davon reinbekommen.
KI im Buch und beim Schreiben
Auch den KI-Teil habe ich neu geschrieben. Claude, ChatGPT und Gemini sind in den zwei Jahren, in denen ich am Buch saß, sehr viel mächtiger geworden. Da konnte der ursprüngliche Stand nicht so bleiben.
Beim Schreiben selbst habe ich KI ebenfalls genutzt, und zwar für zwei Dinge: zum Ausformulieren und für den Rechtschreibcheck. Meine Gedanken waren oft lose und alles andere als schön geschrieben. Die KI hat mir geholfen, daraus lesbaren Text zu machen. Das ist auch die Haltung, die sich durch das ganze Buch zieht: KI verstärkt, sie entscheidet nicht. Wo für mich bei User Research die Grenze liegt, habe ich auf Inside UX Design aufgeschrieben: Synthetische Nutzer: Kann KI echte User Research ersetzen?
Eigenverlag: schnell, günstig, lean
Warum kein klassischer Verlag? Ich habe das Buch im Eigenverlag über Amazon KDP veröffentlicht, weil es schnell, günstig und lean ist. Für ein Buch über Lean UX fand ich das ziemlich passend.
Und dann hatte ich das gedruckte Buch zum ersten Mal in der Hand. Da war ich sehr stolz. Vor allem, als die ersten positiven Reaktionen kamen.
Und bei dir?
Wenn du Lean UX in deinem Team nicht allein angehen willst: In Workshops und Beratungen unterstütze ich Teams genau dabei. Mehr dazu findest du auf meiner Seite zur Expertise.
Lean UX für kleine Teams
Zwei Leute. Kein Budget. Trotzdem das Richtige bauen. 23 Methoden entlang des Double Diamond, jede mit Zeitbedarf, Vorlage und Checkliste.
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